Brand Industriegebäude

Datum: 22.01.18 Ort: Markt Schwaben
Uhrzeit: 19:13 Uhr Straße: Am Wiegenfeldring

Am Montagabend kam es gegen 19 Uhr in einem Markt Schwabener Industriegebäude zu einem Betriebsunfall. Bei einem Hersteller für Aluminium-Druckgussteile trat während der Produktion ca. 700°C heißes Aluminium unkontrolliert aus und entzündete dabei mit Granulat beladene Paletten.

Die Brandmeldeanlage des Unternehmens löste daraufhin ordnungsgemäß Alarm aus, so dass die Feuerwehr Markt Schwaben rasch vor Ort war. Aufgrund der massiven Rauchentwicklung im Gebäude entschied sich der Einsatzleiter sofort zur Nachalarmierung weiterer Atemschutzgeräteträger aus Ottenhofen und Gelting. Nach einer genaueren Erkundung durch die Atemschutztrupps und einer Sondierung der Lage wurde in Absprache mit der Kreisbrandinspektion Ebersberg das Einsatz-Schlagwort auf "Brand Industrie Lagerhalle" erhöht, so dass zusätzliche Kräfte aus Anzing, Forstinning und Poing sowie das THW Markt Schwaben hinzugezogen wurden.

Infolge der starken Rauchentwicklung erlitten ca. 50 Angestellte eine leichte Rauchgasvergiftung. Angesichts der Vielzahl von erkrankten Personen war ein Großaufgebot des Rettungsdienstes vor Ort, das durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst koordiniert wurde. Der Leitende Notarzt sichtete die Verletzten und entschied, acht Mitarbeiter vorsorglich zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser zu transportieren.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig und langwierig. Zwar konnten die entflammten Paletten von den Trupps aus Markt Schwaben und Gelting mit Wasser per C-Strahlrohre abgelöscht werden, bei Aluminium ist diese Vorgehensweise jedoch nicht ohne weiteres möglich. So wurde zur Brandbekämpfung das Sonderlöschfahrzeug der Münchener Feuerwache 10 aus Riem alarmiert, welches als Löschmittel CO2 zur Verfügung stellte. Zudem wurde die Leitstelle beauftragt, 300 Sandsäcke bereitzustellen, um die Ausbreitung des flüssigen Aluminiums verhindern zu können. Die ILS Erding disponierte daraufhin die Wehren aus Altenerding, Aschheim und Pöring, die mit ihren Versorgungsfahrzeugen die Säcke zur Einsatzstelle transportierten.

Gegen 22 Uhr könnte letztlich Entwarnung gegeben werden. Mittels zwei C-Rohren wurden die Tanks soweit gekühlt, dass die Leckage anschließend mit Sand verschlossen werden konnte. Im weiteren Verlauf der Löscharbeiten wurde auch ein Großraumlüfter zum Entrauchen der Halle angefordert. Die Werksfeuerwehr des Münchener Flughafens konnte diesen zeitnah bereitstellen, zum Einsatz wurde er jedoch nicht mehr gebracht.